12.12.2018: Oberländer Firma kauft Sportzentrum

CIS Für 4,51 Mio. Franken wurde die Sportanlage versteigert – an die Ammann Globalbau AG aus Hilterfingen.

Der Hammer fiel überraschend schnell gestern in den Amtsstuben des Betreibungsamts Region Solothurn: Als einziger Bieter hob ein bisher in Solothurn unbekannter Kaufinteressent fürs Sportzentrum der CIS Solothurn AG die Hand: Peter Ammann, Geschäftsführer der Ammann Globalbau AG aus Hilterfingen am Thunersee, gewann die Steigerung mit einem Gebot von 4,51 Mio. Franken. Die Stadt Solothurn verzichtete gemäss einem vorgängigen Gemeinderatsbeschluss auf ihr Vorkaufsrecht als Baurechtgeberin. Nicht zu verwechseln ist der CIS-Käufer Peter Ammann übrigens mit seinem Namensvetter, der beim damaligen Aufkauf des CIS-Sportzentrums sowie als CIS-Verwaltungsrat gewirkt hatte.

Mit der vorliegenden Kaufsumme wurde die betreibungsamtliche Schätzung von rund 6,6 Mio. unterboten, ebenso die Forderungen von gut 5 Mio. Franken der Schuldnerbank AEK Thun. Überdies ist die Ammann Globalbau selbst als Gläubigerin im Lastenverzeichnis vermerkt – mit einer Forderung von 800'000 Franken.

Prekäre Verhältnisse 


Neben Kaufinteressenten waren an der Steigerung auch andere Interessierte anwesend – in der Hoffnung, mit der neuen Besitzerschaft lasse sich die bauliche Situation im CIS verbessern. Doch ein Eintrag im Handelsamtsblatt liefert den Hinweis, dass alte Verbindungen zur Dinett Holding, der in Liquidation befindlichen Muttergesellschaft der CIS Solothurn AG, nicht ganz gekappt worden sind: Dort findet sich ein Antrag von Anfang November, Ammann als Verwaltungsrat von Dinett zu wählen. Es konnte jedoch nicht bestätigt werden, ob eine solche Wahl erfolgt ist.

Über die Motive und Pläne für die sanierungsbedürftige Infrastruktur im CIS wollte sich Peter Ammann auf Anfrage nicht äussern. Vertraglich weiterhin gesichert ist, dass die neuen Besitzer während 1300 Jahresstunden eine Sportinfrastruktur für Trainings- und Wettkampfzwecke sicherstellen müssen. Ebenfalls mitgenutzt wird die Anlage durch den Kanton Solothurn, konkret für das Lehrlingsturnen der Berufsschüler. Längst kein Geheimnis mehr ist, was auch viele Sportvereine, die im CIS verkehren, monieren: Die baulichen Verhältnisse im CIS sind prekär, und Sanierungsbedarf an der Bausubstanz überfällig. Je nach Ausbaustandard kursieren Schätzungen mit einem Sanierungsbedarf zwischen zwei und fünf Mio. Franken.

Prekär ist auch die Situation für die Beachstyle GmbH, die auf dem Gelände aareseitig ein Eventareal verwirklichen will und mit ersten Bauarbeiten schon begonnen hat: Die Versteigerung wurde in zwei Durchläufen durchgeführt, zunächst unter Einbezug laufender Verträge mit Dritten, und dann ohne. Dies hat nun zur Folge, dass auch ein Vertrag mit Beachstyle nicht von den neuen Besitzern übernommen werden. Wie Matthias Roth von Beach andeutet, habe man bereits eine ziemliche Summe investiert. Die Hoffnung bleibt bestehen, dass sich neue Verträge aushandeln lassen.

Stadt kennt Käufer noch nicht 

Kaufabsichten hatte im Vorfeld die Interessengemeinschaft Sport Solothurn IGSSO kommuniziert, die die nutzniessenden Vereine vertritt. Dessen Präsident Simon Michel zeigt sich einerseits erstaunt über den hohen Kaufpreis, wertet die Ammann Globalbau AG aber gleichzeitig als potenten Investor. «Unser Ziel als Vertretung der Sportvereine ist lediglich, einen nachhaltigen, sicheren und bedürfnisgerechten Sportbetrieb aufzubauen», so Michel. Dabei reichen die Ideen über das CIS selbst hinaus: «Das vorhandene Sportzentrum kann die bestehenden Bedürfnisse der Region nie und nimmer alleine abdecken.» Aus diesem Grund sei eine weitere Ballsporthalle im Entwicklungsgebiet «Weitblick» das langfristige Ziel.

Seitens der Stadtverwaltung ist die neue Besitzerschaft noch unbekannt, wie Urs F. Meyer, Leiter des Rechts- und Personaldienstes auf Anfrage informiert. Man sei nun bestrebt, bald den Kontakt mit Peter Ammann aufzunehmen. 

Artikel der Solothurner Zeitung von Andreas Kaufmann.